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Ligatur

Begriff aus dem Druckbereich:

 

Im Bleisatz war jeder Buchstabe einzeln auf einen Kegel gegossen, ähnlich wie man dies heute noch bei Stempeln sehen kann. Die druckenden Teile waren erhöht, die nichtdruckenden standen tiefer. Jeder Buchstabe besaß eine feste Breite, Dickte genannt.

Beim Zusammenfügen aus dem Setzkasten entstand der Abstand, bestehend aus Vorbreite, Nachbreite und Fleisch (nichtdruckender Umgebungsraum bei allen Buchstaben).

Vor allem bei Buchstaben mit viel Fleisch kamen auf diese Weise übergroße Buchstabenzwischenräume vor:Bei Versalien wie W, A, V, T usw.

Beim Wort  steht im Bleisatz das u viel zu weit vom W entfernt. Computer-Programme vermögen den Raum optisch auszugleichen. Dieser Vorgang wird unterschneiden genannt.

Im Deutschen häufen sich die Kombinationen  ff, fi und fl, sie weisen im Bleisatz einen optisch zu großen Abstand auf. Man richtete deshalb bis in die heutige Zeit das Augenmerk auf diese Kombinationen. Zudem überlappte je nach Schrift der Bogen des f den Bleikegel, und beim Druck drohte er abzubrechen. Dieses technische Problem  löste man,indem einfach zwei oder mehrere Zeichen zusammen auf einen Bleikegel gegossen wurden.

Eine solche Kombination nannte man Ligatur.

Satztechnische Probleme machten ohnehin nur die Serifenschriften, Serifenlose kommen meist ohne den überhängenden Schweif des f aus.

Auch das sz (ß)  ist eine Ligatur.

 

siehe auch:

Setzkasten

Bleikegel

Serife

 

 

 

 

 

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